Es war vor ein paar Wochen, da stießen wir staunend auf eine fast identische Kopie unserer Website auf einer spanischen Domain (wir berichteten). Recht schnell darauf verschwand der merkwürdige Auftritt einer Kommunikationsagentur namens ProIDEAS aus Salamanca wieder aus dem Netz. Nun die nächste Entdeckung: Unser Blogpost dazu ist irgendwie ins spanische Social Web geschwappt, wo etwa auf menéame.net (das ist wohl so etwas wie das spanische Digg) eine lebhafte Diskussion entstand – unter dem Titel “Wenn du das Design kopierst, kopier wenigstens nicht die Inhalte“. (hier die Google Übersetzung – Vorsicht, wirr und schmerzhaft).
“Keine Ideen, kein Problem! Das ist Spanien!” frotzelt einer (auf Deutsch). “Liebe Unternehmen, so etwas passiert eben, wenn man für seine Website ‘Experten’ für unter 1000 EUR im Monat anheuert” schimpft ein anderer. Und schließlich meldet sich sogar der Plagiator persönlich und wirft sich zerknirscht vor seine vermutlichen Auftraggeber (wer vernünftig Spanisch kann, möge sich bitte unter blog_redaktion@aperto.de für eine bessere Übersetzung melden):
Bitte hört auf euch aufzuregen. Ihr beschmutzt den Namen eines Unternehmens, ProIDEAS, das mit all dem nichts zu tun hat. Die Domain gehört mir, und der einzige Fehler, den ich gemacht habe, war, die Website für alle sichtbar zu machen. Es handelt sich nicht wie ihr alle glaubt, um eine echte Website, die versucht, ein großartiges Design nachzuahmen, noch versucht jemand, dieses Design als sein Eigenes auszugeben. Es ist bloß eine private Übung, ausgehend vom Design von Aperto, das ich studieren wollte. Dass ich echte Inhalte von “ProIDEAS” eingebaut habe, liegt nur daran, dass ich die Navigation der deutschen Seite nutzen wollte, um sie anzuordnen [??]. Aus dem gleichen Grund habe ich alle übrigen Inhalte der Seite, die ich zu diesem Zweck nicht brauchte, unverändert gelassen, was wiederum euren Anti-Plagiats-Alarm ausgelöst hat.
Kurz gesagt, die Schuld für das Missverständnis liegt bei mir allein. Ich bitte euch nur sehr darum, nicht mit der Sache fortzufahren, damit nicht Dritte Schaden leiden – ProIDEAS, die damit absolut nichts zu tun haben und auch hoffentlich nichts davon wissen.
Tatsächlich ist es jetzt nicht so günstig für ProIDEAS, wenn jemand bei Google Spanien z.B. “ProIDEAS Plagio“ (Plagiat) eingibt – die Geschichte wurde in Spanien auch getwittert und gebloggt.
Dass unser Kopist erklärt, den Aperto-Code nur als Spielweise genutzt zu haben, ist allerdings glaubwürdig, dazu waren die 1:1 hinüberkopierten Inhalte zu absurd. Der Inhaber der Klau-Domain atweb.es ist auch nicht identisch mit dem Inhaber von proideas.info, offenbar die eigentliche, “offizielle” Website der Agentur. Andererseits wird dort offensichtlich, dass ProIDEAS dringend einen Relaunch brauchen, und es ist anzunehmen, das die öffentlichen Basteleien von Herrn atweb im Auftrag von ProIDEAS veranstaltet wurden – bei was für einem Resultat sie auch immer enden sollten. Jedenfalls fanden wir seine Erklärung wirklich amüsant, dass etwas, was man ins World Wide Web gestellt hat und per Google auffindbar ist, nicht “una web real”, eine “echte Website” sein soll.







